Ein wichtiger Meilenstein für die Wärmeversorgung in Tettnang ist erreicht: Nach nur 14 Monaten Bauzeit fließt seit Ende vergangener Woche das erste Warmwasser zur Beheizung der ersten angeschlossenen Gebäude. Damit geht das Nahwärmenetz Tettnang schrittweise in Betrieb.
Angeschlossen wurden die neue Sporthalle am Manzenberg, die Carl-Gührer-Halle sowie das Gymnasium (siehe Foto) an die Wärmeübergabestationen des Nahwärmenetzes. Weitere Gebäude auf dem Schulcampus Manzenberg folgen in den nächsten Tagen. Damit werden sukzessive weitere öffentliche Gebäude an die neue Wärmeversorgung angebunden.
Auch in der Innenstadt schreiten die Anschlussarbeiten voran. In der Schlossstraße werden derzeit die finalen Tiefbauarbeiten für den Anschluss des historischen Rathauses an das Nahwärmenetz ausgeführt. Die Arbeiten sollen innerhalb der nächsten zwei Wochen abgeschlossen werden. Im Anschluss werden weitere öffentliche Gebäude in der Innenstadt an die Wärmeversorgung angeschlossen.
Nach dem Bau der Heizzentrale und des Wärmenetzes übernimmt nun das Regionalwerk Bodensee die Betriebsführung der Nahwärme. Vergangene Woche erhielten die zuständigen Techniker eine Einweisung in die Heizzentrale (siehe Fotos). Damit sind die Voraussetzungen geschaffen, um einen sicheren und zuverlässigen Betrieb der Anlage zu gewährleisten.
„Mit der Inbetriebnahme der Nahwärme Tettnang ist ein bedeutender Schritt für eine zukunftsfähige Wärmeversorgung der Stadt geschafft“, freuen sich Michael Hofmann und Steffen Haller, Geschäftsführer der Wärmeversorgung Gesellschaft Tettnang. „Nach der erfolgreichen Bauphase steht nun der zuverlässige Betrieb der Anlage im Mittelpunkt. Wir freuen uns, dieses wichtige Projekt in die nächste Phase zu führen.“
Die Wärmeversorgungsgesellschaft Tettnang mbH wird von ENGIE Deutschland und dem Regionalwerk Bodensee getragen. Während ENGIE Deutschland den Bau des Heizwerks und Wärmenetzes organisiert, übernimmt das Regionalwerk Bodensee den Betrieb der Heizzentrale und des Leitungsnetzes sowie die Beratung der Wärmekunden was den Abschluss der Wärmelieferungsverträge sowie die Energieabrechnung einschließt.
Die Grundlast der Nahwärmeversorgung wird durch zwei Biomasseheizkessel gedeckt. Als Brennstoff kommen Holzhackschnitzel zum Einsatz, die zum großen Teil aus der Region stammen. Ein Pufferspeicher unterstützt die Wärmeversorgung bei erhöhtem Bedarf. Für den Notfallbetrieb steht zudem ein Gaskessel zur Verfügung.
Mit dem Start der Wärmeversorgung wird die Grundlage für eine nachhaltige und langfristig ausbaufähige Wärmeversorgung in Tettnang geschaffen. Die sukzessive Anbindung weiterer öffentlicher, gewerblicher und privater Gebäude stellt einen wichtigen Schritt beim weiteren Ausbau des Nahwärmenetzes dar.