Heute haben Tettnangs Bürgermeisterin Regine Rist, Regionalwerk Bodensee-Geschäftsführer Michael Hofmann und ENGIE Deutschland-Geschäftsführer Niklas Wiegand (re.) gemeinsam den offiziellen Spatenstich für das zukünftige Nahwärmenetz Tettnang an der Baustelle der Heizzentrale vorgenommen. Zur Veranstaltung wurde der gesamte Gemeinderat Tettnangs sowie alle beteiligten Mitarbeitenden der Stadtverwaltung eingeladen. (Eine Diashow der Veranstaltung ist hier zu sehen.)
Die beiden in der Wärmeversorgungsgesellschaft Tettnang mbH zusammengeschlossenen Unternehmen teilen sich als Partner die Aufgaben. Den Bau des Wärmenetzes organisiert ENGIE Deutschland. Das Regionalwerk Bodensee wird das zukünftige Leitungsnetz betreiben und kümmert sich um den Vertrieb. Zunächst werden 14 städtische und landeseigene Gebäude angeschlossen. Weiterhin ist angedacht, in den nächsten Jahren das Netz auf angrenzende Wohn-, Gewerbe- und Industriegebiete zu erweitern.
Regine Rist sagte anlässlich des Spatenstichs: „Mit dem Spatenstich für unser Nahwärmenetz setzen wir ein starkes Zeichen für Klimaschutz und kommunale Verantwortung. Dieses Projekt ist das Ergebnis eines entschlossenen politischen Willens, unsere städtischen Gebäude aber in einem weiteren Schritt auch Unternehmen und private Haushalte nachhaltig zu versorgen – und zugleich eine Investition in die Zukunftsfähigkeit unserer Stadt. Die Entscheidung, diesen Weg einzuschlagen, wurde von Gemeinderat und Stadtverwaltung mit Weitblick getroffen. Ich freue mich besonders, dass wir für die Umsetzung sehr renommierte und verlässliche Partner finden konnten.“
Michael Hofmann ergänzte: „Als Wärmeversorger bringen wir die Energiewende in unserer Region voran. Und umweltfreundliche Wärme ist dabei ein entscheidender Faktor. 80 Prozent des privaten Energieverbrauchs geht auf das Konto von Wärme und Warmwasser. Auf Basis der aktuellen Prognosen wird Tettnang im Vergleich zu einer Wärmegewinnung mit fossilen Brennstoffen jährlich bis zu 4.176 t CO2 bei der Wärmeversorgung einsparen.“ Hofmann hob außerdem hervor, dass das Nahwärme-Projekt mit dem Regionalwerk als lokalen Energieversorger sowie den beauftragten lokalen Bauunternehmen ihren Fokus ganz klar auf regionale Wertschöpfung legt.
Niklas Wiegand fügte hinzu: „ENGIE Deutschland bringt langjährige Expertise in der Wärmeversorgung mit: Wir dekarbonisieren derzeit rund 100 eigene Wärmenetze und sind seit Jahrzehnten an vier lokalen Energieversorgern beteiligt. Wir ergänzen damit die Ressourcen unseres Partners Regionalwerk Bodensee optimal und freuen uns, mit dem Spatenstich heute symbolisch den Baustart für dieses wegweisende kommunale Wärmewende-Projekt zu feiern.
Die Grundlast für das Nahwärmenetz wird durch zwei Biomasseheizkessel sichergestellt. Mit Holzhackschnitzel als Brennstoff, die zum großen Teil aus der Region kommen, wird nahezu CO2-neutral erneuerbare Wärme erzeugt. Ein Pufferspeicher deckt den erhöhten Wärmebedarf ab. Für den Notfallbetrieb besitzt die Heizzentrale einen Gaskessel. Somit ist die Wärmeversorgung Tettnangs mit diesem Konzept mehrfach abgesichert.
Nach der Sommerpause im September 2025 wird das Regionalwerk Bodensee in einer Bürgerversammlung alle interessierten Bewohnerinnen und Bewohner der anzuschließenden Straßenzüge Tettnangs über die Anschluss- und Wärmepreise informieren. Interessenten können sich danach individuell in ihren Wohnhäusern durch Mitarbeiter des Regionalwerks beraten lassen.