Das Regionalwerk Bodensee

Erfolgreiches schwäbisches Start-up für kommunales Gemeinwohl

Im äußersten Süden Deutschlands hat sich am Bodensee, elektrisiert durch schwäbischen Pionier- und Erfindergeist, in den vergangenen 10 Jahren ein kleines feines kommunales Start-up sehr erfolgreich entwickelt. Das Regionalwerk Bodensee ist Deutschlands erstes Energieunternehmen, das sieben aneinandergrenzende Gemeinden gegründet haben. Unabhängigkeit von großen Energiekonzernen war eine Antriebsfeder der Gründerväter. Und die alle Gemeinden vereinende Gründungsidee ist aufgegangen. Durch die Rekommunalisierung ihrer Energieversorgung haben sie die unmittelbare Heimat-Region gestärkt.

Regionale Wertschöpfung

Regionale Wertschöpfung erzielen durch Energieversorgung, Dienstleistungen und als Arbeit- sowie Auftraggeber. Das ist ein wesentlicher Wunsch der Gesellschafter an den Ende 2014 an Bord gekommenen Geschäftsführer Michael Hofmann und sein Team. Und alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stehen voll hinter dieser sinnvollen Aufgabe. Damit können sie sich persönlich vollumfänglich identifizieren. Denn das Regionalwerk steht wie kein anderes Unternehmen in der Bodensee-Region für das Gemeinwohl. Unmittelbar profitieren davon die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinden. Energieversorgung für 60.000 Menschen ist gemeinwohlorientierte Daseinsvorsorge. Darüber hinaus fließen Gewinne, Gewerbesteuern und Konzessionsgebühren des Regionalwerks direkt in die Haushalte der beteiligten Gemeinden und an zwei kommunale Stadtwerke. Davon wird kommunale Infrastruktur und vieles mehr für das regionale Gemeinwohl finanziert. Genau 1,2 Millionen Euro aus dem Jahresabschluss 2018 schüttete das Regionalwerk Bodensee an seine neun Gesellschafter aus. Weitere 680 000 Euro verbleiben im Unternehmen. Seit Unternehmensgründung 2008 hat das Regionalwerk rund 5,4 Millionen Euro an seine kommunalen Gesellschafter weitergegeben. Der Gewinn in diesen zehn Jahren betrug insgesamt 9,4 Millionen Euro. Der Umsatz lag 2016 bei 54 Millionen, 2017 bei 58 Millionen und 2018 bei 69 Millionen Euro. Und der Jahresüberschuss stieg im selben Zeitraum von 1,6 Millionen über 1,7 Millionen auf 1,9 Millionen Euro. Für 2019 erwartet das Regionalwerk bereits einen Überschuss von 2,3 Millionen Euro. Das Unternehmen erwirtschaftet mittlerweile eine Eigenkapitalrendite von 9 Prozent. Auch der Personalstand ist seit 2014 kontinuierlich mit den Aufgaben angestiegen. Von 40 auf knapp 60 Stellen. Und das Regionalwerk sucht zurzeit zusätzlich Kolleginnen und Kollegen.

Notwendige Investitionen in das Energienetz

Nach seiner Gründung 2008 hat das Regionalwerk die aufgrund des Flächengebiets vor allem ländlichen Strom- und Gasnetze auf den Gemarkungen der sieben Gemeinden übernommen. Die dafür notwendigen Konzessionen hat das Regionalwerk in den Vergabeverfahren gewonnen. Mit erst einmal nur einer Handvoll Mitarbeiter ging das frisch gegründete schwäbische Energie Start-up hochmotiviert an die Arbeit. Darüber hinaus benötigte das junge Unternehmen zu Beginn auch externes Wissen und Personalkapazitäten. Insbesondere für seine technische Geschäftstätigkeit. Aus diesem Grunde holten die Gründungsgemeinden die beiden heute noch beteiligten Minderheitsgesellschafter Alb-Elektrizitätswerk Geislingen-Steige und Stadtwerk am See in Friedrichshafen an Bord.

Das Regionalwerk hat die vor 10 Jahren bei der Netzübernahme vorgefundene und teilweise in die Jahre gekommene technische Infrastruktur des vorherigen Netzbetreibers wieder auf Vordermann gebracht. Und ständig passt das innovative reaktionsschnelle schwäbische Unternehmen die Netzinfrastruktur dem neuesten technischen Stand an. Dafür hat das Regionalwerk seit 2008 bereits rund 40 Millionen Euro investiert. Ein großer strategischer Vorteil ist die unmittelbare Nähe zu den Gründungs- und Eigentümergemeinden. Das Regionalwerk weiß dadurch im Vorfeld wo zukünftig Wohn- und Gewerbebaugebiete entstehen. So lassen sich die energiewirtschaftlichen Bau- und Netzinfrastrukturmaßnahmen sehr frühzeitig kalkulieren und koordinieren. Ein gemeindeeigener Energieversorger, und wie das Regionalwerk auch noch hochprofitabel, ist in heutiger Zeit Gold und Geld für die kommunalen Eigentümer wert.

Grundversorger ab 1. Januar 2019

Die erfolgreiche Entwicklung des Regionalwerks in den vergangenen 10 Jahren zeigt sich auch im Zuspruch der Strom- und Gaskunden. Ab 1. Januar 2019 ist das zu Gründungszeiten als „Schwäbischer David der Energiebranche“ belächelte kommunale Unternehmen Grundversorger in seinem Netzgebiet. Damit besitzt das Regionalwerk die meisten Kunden von allen Energielieferanten, die Strom an die Haushalte in den sieben Gemeinden liefern. Alle drei Jahre wird gezählt. Die ENBW hat nun ihren Grundversorgerstatus verloren. Und bereits seit 2016 ist das Regionalwerk Grundversorger für Gas in den Eigentümerkommunen. Von den 60.000 Menschen im Netzgebiet vertrauen somit aktuell bereits rund 20.000 Kunden dem Regionalwerk als ihren Lieferanten. Das liegt auch daran, dass die eingangs erläuterte Gesellschafterstruktur eigentlich auch die Bezeichnung eines „Bürgerwerks“ zulässt. Also ein Energieversorger in mittelbarer Bürgerhand zum unmittelbaren Nutzen der Bürger. Darüber hinaus zählt die persönliche Beratung vor Ort direkt im Kundenbüro in Tettnang zu den großen Vorteilen. Und das ist ein sehr großer Wert heute. Denn „Kundenbetreuung“ lassen viele Wettbewerber über oftmals ins Ausland ausgelagerte Callcenter durch unternehmensfremde externe Mitarbeiter betreiben.

Auch die Preisstabilität des Regionalwerks trägt zu einem weiteren Anstieg der Kundenzahlen bei. Der ganz große überwiegende Anteil aller Wettbewerber hat ihren Kunden Preiserhöhungen für 2019 zugesandt. Teilweise mit großen Aufschlägen versehen. Das Regionalwerk hingegen hat sich gegen den Trend entschieden alle Tarife für 2019 stabil zu halten. Und das bereits im dritten Jahr in Folge. Die aktuelle Kampagne mit modernsten digitalen sowie bewährten Marketing- und Kommunikationsmitteln findet zurzeit großen Zuspruch bei wechselbereiten Kunden insbesondere des größten Wettbewerbers.

Strategische Ziele lassen weiter denken

Das Portfolio der bisherigen Dienstleistungen sinnvoll ergänzen. Und im Sinne der Eigentümer inhaltlich sowie finanziell Wert schöpfen. Das kleine feine schwäbische Start-up denkt weiter. Strategische kurz-, mittel- und langfristige Ziele stehen auf der Agenda. Regionalwerk-Geschäftsführer Michael Hofmann und sein Team sind bereits im Bereich von Wärme-Contracting sowie E-Mobilität-Ladeinfrastruktur für private und gewerbliche Kunden unterwegs. Aber auch die Erzeugung eigenen Stroms durch regenerative Energiequellen wie zum Beispiel Photovoltaik und entsprechende Speicherlösungen werden zurzeit aktiv angegangen. Der schwäbische hidden champion im äußersten Süden Deutschlands am Bodensee zeigt wie Rekommunalisierung erfolgreich sein kann.