Absperrventil an einer Gasleitung

Aktuelle Informationen zur Gas-Versorgung

Informationen zur Lage der Gasversorgung in Deutschland

Hier finden Sie die wichtigsten Informationen zum Notfallplan Gas sowie zur Gasbeschaffungs- und Gasspeicherumlage.

Notfallplan Gas

Der „Notfallplan Gas für die Bundesrepublik Deutschland“ soll eine sichere Gasversorgung gewährleisten. Er kennt drei Stufen, je nachdem, wie deutlich der Eingriff des Staates ist.

1. Frühwarnstufe – ausgerufen am 30.03.2022
Die Gasversorger und die Betreiber der Gasleitungen werden verpflichtet, regelmäßig die Lage für die Bundesregierung einzuschätzen. Noch greift der Staat aber nicht ein. Vielmehr ergreifen Gashändler und -lieferanten, Fernleitungs- und Verteilnetzbetreiber marktbasierte Maßnahmen, um die Gasversorgung aufrechtzuerhalten. 

2. Alarmstufe – ausgerufen am 23.06.2022
Grund für die Ausrufung der Alarmstufe ist die seit dem 14. Juni 2022 bestehende Kürzung der Gaslieferungen aus Russland und das weiterhin hohe Preiseniveau am Gasmarkt. Zwar sind die Gasspeicher mit 58 Prozent besser gefüllt als im Vorjahr. Doch sollten die russischen Gaslieferungen über die Nord Stream 1-Leitung weiterhin auf dem niedrigen Niveau von 40 Prozent verharren, ist ein Speicherstand von 90 Prozent bis Dezember kaum mehr ohne zusätzliche Maßnahmen leistbar.

Durch das Ausrufen der Alarmstufe sollen schon jetzt Maßnahmen ergriffen werden, um insbesondere im Winter die Versorgung sicherzustellen – zum Beispiel durch umfangreiche Sparmaßnahmen, die Reduktion von Stromerzeugung aus Gas etc. Privatkunden gelten nach dem Gesetz als „besonders geschützt“, für sie hat das Ausrufen der Alarmstufe zunächst keine unmittelbare Auswirkung. Aber auch private Haushalte sind dazu aufgerufen, Energie einzusparen.

3. Notfallstufe
Wenn die Maßnahmen der Frühwarn- oder der Alarmstufe nicht ausreichen oder eine dauerhafte Verschlechterung der Versorgungssituation eintritt, kann die Bundesregierung per Verordnung die Notfallstufe ausrufen. In diesem Fall liegt eine „außergewöhnlich hohe Nachfrage nach Gas, eine erhebliche Störung der Gasversorgung oder eine andere erhebliche Verschlechterung der Versorgungslage“, vor. Mit diesem Schritt kann die Bundesregierung im Rahmen des Energiesicherungsgesetzes schnell umfangreiche Verordnungen zum Einsatz, zur Verteilung, zum Transport und zur Einsparung von Energie erlassen.

Das Eintreten der einzelnen Krisenstufen ist abhängig vom Schweregrad der Störung, den erwarteten ökonomischen und technischen Auswirkungen und der Dringlichkeit der Störungsbeseitigung auf nationaler Ebene. Die Stufen müssen nicht nacheinander ausgerufen werden. Je nach Schweregrad kann auch sofort die Alarm- oder Notfallstufe festgestellt werden.

Weitere Informationen

Gasbeschaffungsumlage

Im Energiesicherungsgesetz Paragraf 26 hat der Gesetzgeber die Grundlage für die Gasbeschaffungsumlage geschaffen, seit dem 9. August gilt die dazugehörige Rechtsverordnung der Bundesregierung.

Mit dem Geld werden die aktuell hohen Mehrkosten für die Gasbeschaffung auf alle Gaskunden verteilt. So schützt die staatliche Umlage Gasimporteure vor dem finanziellen Zusammenbruch. Das ist wichtig, damit die Gasversorgungskette und damit die Gasversorgung in Deutschland stabil bleibt.

Die Gasbeschaffungsumlage beträgt pro Kilowattstunde 2,419 Cent netto. Ab dem 01.10.2022 muss diese von den Energielieferanten auf jede verbrauchte Kilowattstunde Erdgas berechnet werden. Die Höhe der Umlage kann vom Marktgebietsverantwortlichen geändert werden. Allerdings müssen mindestens drei Monate seit der letzten Anpassung verstrichen sein. Die Gasbeschaffungsumlage ist eineinhalb Jahre, also bis Ende März 2024, gültig.

Weitere Informationen

Gasspeicherumlage

Die Gasspeicher dienen der Versorgungssicherheit. Im Winter wird deutlich mehr Gas benötigt, als importiert werden kann. Der Ausgleich erfolgt über die eingespeicherten Mengen. Wegen des kalten Winters 2021 waren die Speicher kaum noch gefüllt. Ziel ist es nun, die gesetzlich vorgegebenen Füllstände zu erreichen. Mit dieser Aufgabe ist die Trading Hub Europe beauftragt. Die Kosten für den Einkauf der erforderlichen Gasmengen werden über die Speicherumlage auf alle Kunden verteilt. Den Mindestwert der Speicherstände hat der Gesetzgeber genau festgelegt: zum 1. September 75 Prozent, zum 1. Oktober 85 Prozent und zum 1. November 95 Prozent.

Die Gasspeicherumlage liegt bei 0,059 Ct/kWh. Die Anpassung ist alle sechs Monate möglich. Es gibt für die erste Umlageperiode eine Ausnahme: Hier ist eine Anpassung bereits nach drei Monaten, also am 31.12.2022, möglich.